Die Müllkrise in Süditalien hatte monatelang international Schlagzeilen gemacht. Die italienische Regierung hatte bereits im Februar ein offizielles Hilfeersuchen an die deutsche Abfallwirtschaft gerichtet. Der Abfall hatte sich in den Strassen Neapels getürmt.
Lukratives Geschäft
Für die deutsche Abfallwirtschaft ist der italienische Müll ein gutes Geschäft. So kann sie ihre Verbrennungsanlagen besser auslasten und zum Teil mit dem Verbrennen des Kehrichts auch noch Strom erzeugen.
Wie viel genau die deutschen Müllentsorger an dem Geschäft mit dem italienischen Müll verdienen, wollten Sprecher der beteiligten Firmen nicht sagen.
Italienische Medien hatten vor einigen Wochen berichtet, Italien müsse pro Tonne 100 Euro sowie bis zu 80 Euro Transportkosten zahlen.
Umweltschützer kritisch
Andere Schätzungen gehen davon aus, dass die deutschen Müllentsorger bei jeder Tonne italienischen Mülls bis zu 200 Euro einnehmen. Bei einer Menge von 70 000 Tonnen bedeutet das ein Geschäft im Umfang von bis zu 14 Millionen Euro.
Umweltschützer sehen den deutsch-italienischen Müllhandel kritisch. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND kritisierte, mit dem jährlichen Import von insgesamt 1,8 Millionen Tonnen ausländischen Abfalls sei Nordrhein-Westfalen das «Müllklo Europas».
