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Zwangsevakuierungen aus Angst vor Vulkanausbruch

Die Wassertemperatur im Krater hat mittlerweile 66 Grad erreicht.
Sonntag, 4. November 2007
Blitar - Wegen eines befürchteten Ausbruchs des Vulkans Mount Kelud auf der Insel Java müssen die rund 116'000 Anwohner die Gefahrenzone verlassen. Sozialminister Bachtiar Chamsyah erklärte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Antara, um Opfer zu vermeiden müssten Zwangsevakuierungen vorgenommen werden.
Während im Bezirk Kediri auf die Vernunft der Menschen gesetzt wird, ordnete die Polizei im Nachbarbezirk Blitar Zwangsevakuierungen an. Zur Not müsse auch Gewalt angewandt werden, sagte ein Behördensprecher. Es könne kein Widerstand gegen die Evakuierungsordnung mehr geduldet werden.

In Kediri sollen die Bürger etwa mit Lautsprecherdurchsagen von der Brisanz der Lage überzeugt und so zum Aufsuchen von Notunterkünften veranlasst werden.

Nach Angaben des führenden Vulkanologen Surono verdichteten sich die Anzeichen für einen bevorstehende Ausbruch des Kelud. Die Wassertemperatur im Krater habe 66 Grad erreicht, warnten Experten. Bei letzten Ausbruch 1990 war das Wasser nur 40 Grad heiss gewesen.

Indikator für Ausbruch

Dieser Temperaturanstieg ist nach Angaben der Fachleute ein Indikator für einen bevorstehenden Ausbruch. Menschen müssten die Region in einem Umkreis von zehn Kilometern um den Krater verlassen, sagte Surono. Rund um den Berg leben über 100'000 Menschen.

Der 1731 Meter hohe Kelud gehört zu den gefährlichsten Vulkanen Indonesiens. Bei der Eruption im Jahr 1990 hatte es 34 Tote und 100 Verletzte gegeben, im Jahr 1919 waren durch den Vulkan mindestens 5160 Menschen ums Leben gekommen.

ht/sda