«Eigentlich sollten wir diesen Stoff in der Atmosphäre nicht mehr finden», sagt Studienleiter Qing Liang. «Es ist offensichtlich, dass CCL4 in der Industrie heimlich genutzt wird - es muss irgendwo eine Emissionsquelle geben», fügt er hinzu. Dabei wurde Tetrachlorkohlenstoff im Montrealer Protokoll 1989 in einem multilateralen Umweltabkommen verboten - zum Schutz der Ozonschicht.
Zu geringer jährlicher Abbau
Der damalige UN-Generalsekretär Kofi Annan bezeichnete das Montreal-Protokoll als «das vielleicht erfolgreichste internationale Abkommen überhaupt». «Besorgniserregend» sei es, dass die Quelle des CCI4 unbekannt ist. Mögliche Verursacher sind Insektizidproduzenten oder Hersteller von Lösungsmitteln für die Reinigung von elektronischen Komponenten.
Klar ist, dass die Forscher 40 Prozent mehr vom Tetrachlorkohlenstoff in der Atmosphäre gefunden haben als angenommen. Denn wäre zwischen 2007 und 2012 kein neues CCI4 mehr in die Weltatmosphäre gekommen, sollte die Menge der Chemikalie seither über vier Prozent jährlich abgebaut worden sein. Es wurden aber bloss ein Prozent jährlich abgebaut.
