Die beispiellosen Umweltveränderungen seien eine «ernste Bedrohung». Der weltweite Zuwachs von Kohlendioxid lag zwischen 2000 und 2005 bei 3,2 Prozent jährlich, während er von 1990 bis 1999 nur 0,8 Prozent erreicht hatte, wie Mike Raupach, der Vorsitzende der Kohlendioxid-Arbeitsgruppe berichtete.
Beunruhigendes Zeichen
«Das ist ein sehr beunruhigendes Zeichen», sagte der australische Wissenschaftler. «Es zeigt, dass die jüngsten Bemühungen zur Verringerung des Ausstosses praktisch keine Auswirkungen auf den Zuwachs haben und wirksamere Grenzwerte dringend nötig sind.»
Der Co-Vorsitzende der Konferenz, Gordon McBean, sagte der dpa: «Die Kurve geht viel schneller nach oben als bisher.» Der Zuwachs der Treibhausgase laufe der angestrebten Stabilisierung entgegen. «Die Ergebnisse machen klar, dass besser früher als später gehandelt werden muss.»
Auftauen von Dauerfrostböden
Der kanadische Professor zeigte sich beunruhigt: «Die Mehrheit der wissenschaftlichen Berichte in den vergangenen fünf Jahren machen mir mehr Sorgen als zuvor.» Das Polar-Eis schmelze schneller als erwartet. Wärmer werdende Ozeane und eine gestörte Pflanzenwelt nähmen weniger Kohlendioxid auf als bisher gedacht.
Dauerfrostböden tauten schneller auf. Wie viel Kohlendioxid dadurch freigegeben werde, wisse niemand, sagte McBean. «Hier lauert eine Katastrophe.» Wissenschaftler berichteten ausserdem, dass der Meeresspiegel durch die Erderwärmung schon 1,5 bis 2 Millimeter pro Jahr angewachsen sei.
