Der Tagesmittel-Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter sei im laufenden Winter nur an ganz wenigen Messstationen überschritten worden, sagte Hüglin, der für die Materialforschungsanstalt Empa arbeitet. Diese Ausnahmen seien vor Weihnachten aufgetreten.
Dem Wetter sei Dank
«Im Wesentlichen ist das Wetter für die Rekordwerte verantwortlich», hielt Hüglin fest. In den Wintern 2011/2012 und 2012/2013 seien die Witterungsbedingungen ähnlich gewesen, jedoch stelle der diesjährige Winter alles je Dagewesene in den Schatten.
Stabile Hochdrucklagen, die eine hohe Feinstaubkonzentration begünstigen würden, fehlten praktisch gänzlich. Damit entstünden letztlich auch keine winterlichen Inversionslagen mit kalter Luft unter dem Hochnebel und wärmerer Luft darüber. Solche Wetterlagen führen normalerweise zu den so genannten Wintersmog.
Langfristiger Trend hält an
Doch auch ohne die meteorologischen Komponenten, zeigt sich ein negativer Trend bei der Feinstaubkonzentration. «Die mittlere jährliche Feinstaubbelastung nimmt langfristig ebenfalls ab», sagte Hüglin. Die bereits umgesetzten Umweltmassnahmen hätten in den vergangenen Jahrzehnten zu einer besseren Luft beigetragen.
Der Bund erwartet einen weiteren Rückgang der Feinstaubbelastung um 15 Prozent bis 2020, wie eine letztjährige Studie des Bundesamts für Umwelt BAFU zeigte.
Trotzdem bleibt noch Handlungsbedarf. Die Folgen der Luftverschmutzung sind auch hierzulande noch immer gravierend. Das Bundesamt für Umwelt BAFU spricht von 3000 bis 4000 vorzeitigen Todesfällen pro Jahr, die durch Luftbelastung mitverursacht wurden.
