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Weltwasserforum in Südkorea

WWF: Neue Wasserkraftwerke gefährden Amazonas

Die Öko-Region Amazonas hat mit mehr als 100'000 Kilometern Länge das grösste Flusssystem der Erde.
Montag, 13. April 2015
Daegu - Neben der Abholzung des Regenwaldes droht dem Amazonasgebiet laut der Umweltorganisation WWF eine neue Gefahr durch den geplanten Bau von 250 Wasserkraftwerken. Sollten die Pläne verwirklicht werden, blieben nur drei frei fliessende Zubringerflüsse des Amazonas übrig.
Dies steht in einem Bericht, den der WWF am Montag auf dem siebten Weltwasserforum in Südkorea vorgestellt hat. Bislang wüssten die Menschen von der Gefährdung der Amazonas-Region vor allem durch die Abholzung des Regenwaldes, heisst es in dem Report. «Doch wir tendieren dahin, die Amazonas-Flüsse zu vergessen, die ebenso wichtig sind.»

Die Öko-Region Amazonas umfasst den grössten zusammenhängenden Regenwald der Erde und mit mehr als 100'000 Kilometern Länge auch das grösste Flusssystem.

Die geplanten Wasserkraftwerke gefährdeten nicht nur das gesamte Flusssystem mit seiner grossen Bedeutung für die lokale Bevölkerung, sondern auch die wichtige Rolle des Amazonas für das Weltklima, schreibt der WWF zu dem Bericht. «Wasserkraft kann eine nachhaltige Technologie sein. Aber wenn ein riesiges Ökosysteme durch ihren Bau zerstört wird, ist das nicht nachhaltig», wird Roberto Maldonado, Brasilien-Referent beim WWF Deutschland, zitiert.

Ganze Ökosysteme würden überflutet

Als Beispiel nennt der WWF etwa das fast eine halbe Million Quadratkilometer grosse Flusseinzugsgebiet Tabajós in Brasilien. Dort seien allein 44 Kraftwerke geplant. Ganze Ökosysteme würden durch sie überflutet. Die Eingriffe hätten auch negative Auswirkungen auf die lokale Fischerei, da die natürlichen Wanderwege der Fische abgeschnitten würden. Der WWF fordert einen integrierten Ansatz für die gesamte Region, um die Funktion des Ökosystems zu wahren.

Das vom Weltwasserrat mit Sitz in Marseille alle drei Jahre ausgerichtete Forum ist die grösste Veranstaltung zu diesem Thema. Es geht dabei unter anderem um die Frage, wie die kostbare Ressource Wasser geschützt werden kann. Mitglieder des Rats sind unter anderem Behörden, Städte, Industrieverbände und andere nicht-staatliche Organisationen weltweit. Der diesjährige Kongress findet vom 12. bis 17. April in den beiden südkoreanischen Städten Daegu und Gyeongju statt.

 

fest/sda