Umfangreiche Voruntersuchungen und Geldmangel verhinderten bisher den Bau eines Entlastungsstollens. Bei einem Augenschein sagte die bernische Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin Barbara Egger, sie werde alles unternehmen, um das Projekt beschleunigen und eine vorzeitige Finanzierungslösung zu finden.
Schulen bleiben geschlossen
130 Feuerwehrleute, Zivilschützer und Soldaten standen im Einsatz, um die Folgen des Hochwassers zu bewältigen. Alle Schulen in Lyss bleiben auch am Freitag geschlossen. Teile der Schulanlagen und mehrere Gebäude in der Gemeinde stehen noch unter Wasser und haben keinen Strom.
Im Berner Seeland wurden rund 200 Hektaren Landwirtschaftsfläche überflutet. Rund 200 Bauern im Seeland seien von den Überschwemmungen betroffen. Einigen sei in diesem Jahr das Land bereits sechs Mal überflutet worden. Wettstein geht davon aus, dass der grösste Teil des Gemüses nicht mehr zu retten ist.
Bern-Neuenburg weiter unterbrochen
Auch der Bahnverkehr wurde durch die schweren Regenfälle in Mittleidenschaft gezogen. Die Zugsverbindung Bern-Neuenburg bleibt voraussichtlich bis am Samstagabend unterbrochen, wie die BLS Lötschbergbahn mitteilte.
Grosse Schäden richteten die Unwetter auch in den Kantonen Solothurn, Aargau und Luzern an. Im luzernischen Richenthal und Kaltbach mussten vier Einfamilienhäuser wegen Erdrutschen evakuiert werden.
Sammlung der Glückskette
Die Glückskette sammelt auch für die Betroffenen des jüngsten Unwetters. Sie erinnerte an ihr vor zwei Wochen eingerichtetes Spendenkonto für Härtefälle. Darauf sind bisher 1,67 Millionen Franken eingegangen.
Gewisse Stabilisierung
In den übrigen Gebieten des Kantons Berns und entlang des Neuenburgersees stabilisierte sich die Lage. Lediglich ein kleines Teilstück der Autobahn A5 blieb am Morgen gesperrt. Im Berner Seeland bis in den Oberaargau fielen bis am Donnerstag 45 bis 60 Liter Regen pro Quadratmeter - etwa die Hälfte der normalen Augustmenge.
Grosse Schäden richteten die Unwetter auch in den Kantonen Solothurn, Aargau und Luzern an. Im luzernischen Richenthal und Kaltbach mussten vier Einfamilienhäuser wegen Erdrutschen evakuiert werden.

