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Verheerende Schäden nach Überschwemmung in Lyss

Die Lage hat sich ein wenig entspannt.
Unterführungen bleiben weiterhin überflutet.
Donnerstag, 30. August 2007
Bern - Das dritte grosse Unwetter in der Schweiz in diesem Jahr hat in der Seeländer Gemeinde Lyss BE Millionenschäden verursacht. Mindestens ein Viertel des Siedlungsgebiets wurde von den Überschwemmungen in Mitleidenschaft gezogen
Die Lage sei katastrophal, sagte der Regierungsstatthalter des Amts Aarberg, Gerhard Burri. Die Schäden würden die der letzten zwei Überschwemmungen von diesem Jahr bei Weitem übertreffen. Er schätze die Kosten auf Dutzende von Millionen Franken.

Umfangreiche Voruntersuchungen und Geldmangel verhinderten bisher den Bau eines Entlastungsstollens. Bei einem Augenschein sagte die bernische Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin Barbara Egger, sie werde alles unternehmen, um das Projekt beschleunigen und eine vorzeitige Finanzierungslösung zu finden.

Schulen bleiben geschlossen

130 Feuerwehrleute, Zivilschützer und Soldaten standen im Einsatz, um die Folgen des Hochwassers zu bewältigen. Alle Schulen in Lyss bleiben auch am Freitag geschlossen. Teile der Schulanlagen und mehrere Gebäude in der Gemeinde stehen noch unter Wasser und haben keinen Strom.

Im Berner Seeland wurden rund 200 Hektaren Landwirtschaftsfläche überflutet. Rund 200 Bauern im Seeland seien von den Überschwemmungen betroffen. Einigen sei in diesem Jahr das Land bereits sechs Mal überflutet worden. Wettstein geht davon aus, dass der grösste Teil des Gemüses nicht mehr zu retten ist.

Bern-Neuenburg weiter unterbrochen

Auch der Bahnverkehr wurde durch die schweren Regenfälle in Mittleidenschaft gezogen. Die Zugsverbindung Bern-Neuenburg bleibt voraussichtlich bis am Samstagabend unterbrochen, wie die BLS Lötschbergbahn mitteilte.

Grosse Schäden richteten die Unwetter auch in den Kantonen Solothurn, Aargau und Luzern an. Im luzernischen Richenthal und Kaltbach mussten vier Einfamilienhäuser wegen Erdrutschen evakuiert werden.

Sammlung der Glückskette

Die Glückskette sammelt auch für die Betroffenen des jüngsten Unwetters. Sie erinnerte an ihr vor zwei Wochen eingerichtetes Spendenkonto für Härtefälle. Darauf sind bisher 1,67 Millionen Franken eingegangen.

Gewisse Stabilisierung

In den übrigen Gebieten des Kantons Berns und entlang des Neuenburgersees stabilisierte sich die Lage. Lediglich ein kleines Teilstück der Autobahn A5 blieb am Morgen gesperrt. Im Berner Seeland bis in den Oberaargau fielen bis am Donnerstag 45 bis 60 Liter Regen pro Quadratmeter - etwa die Hälfte der normalen Augustmenge.

Grosse Schäden richteten die Unwetter auch in den Kantonen Solothurn, Aargau und Luzern an. Im luzernischen Richenthal und Kaltbach mussten vier Einfamilienhäuser wegen Erdrutschen evakuiert werden.

ht/sda