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Schweizer Fachleute schlagen Alarm

Tödlicher Pilz bedroht Eschen

Gesunde Eschen sollen erhalten bleiben.
Donnerstag, 11. Juni 2015
Olten SO - Ein für die Eschen tödlicher Pilz breitet sich in der Schweiz weiter aus. Der Eschenbestand ist ernsthaft bedroht. Ein Patentrezept im Kampf gegen die Pflanzenkrankheit haben die Fachleute des Bundes und der Kantone nicht.
Weil sich die Pflanzenkrankheit landesweit verteilt habe, sei eine Ausrottung nicht mehr vorstellbar, teilten Vertreter der Konferenz der Kantonsförster KOK und der Abteilung Wald des Bundesamtes für Umwelt BAFU am Donnerstag vor den Medien in Olten mit. Es gebe derzeit keine effiziente Massnahmen, um das Eschentriebsterben zu bekämpfen.

Gering befallene oder gesunde Eschen sollten jedoch auf alle Fälle erhalten und gefördert werden, hiess es. Es bestehe die Möglichkeit, dass sie resistent oder tolerant seien.

Auf Neupflanzungen mit Eschen sollte gemäss den Fachleuten eher verzichtet werden. Stark befallene Eschen mit erhöhtem Totholzanteil entlang von Strassen oder viel frequentierten Wegen müssten aus Sicherheitsgründen überwacht und allenfalls entfernt werden. Bei einem Sturm könnten die Eschen umstürzen.

Schnelle Verbreitung

Die eschenspezifische Pilzkrankheit Chalara Fraxinea Eschenwelke trat 2008 erstmals in der Schweiz im Grossraum Basel auf. Seither verbreitete sich die Pflanzenkrankheit überall in der Schweiz.

Die Pilzkrankheit befällt Eschen jeglichen Alters. Die bedeutendsten Schäden werden in Jungbeständen festgestellt, wo bis zu 90 Prozent der Bäume befallen sind. Die allermeisten der befallenen Bäume gehen ein.

Bei einem Befall sterben zunächst junge Seiten- und Endtriebe ab. Der Baum bildet daraufhin Ersatztriebe aus noch gesunden Baumpartien und verbuscht.

Zudem sterben Teile der Rinde ab, obere Pflanzenteile erhalten weniger Wasser und Nährstoffe und der Baum welkt. Während junge Eschen rasch absterben, können ältere Bäume oft mehrjährigen Pilzbefall überleben, indem sie die Infektion abschotten.

Esche spielte grosse Rolle

Das BAFU sowie die Konferenz der Kantonsförster haben die Waldeigentümer dazu aufgerufen, die Esche zu erhalten. Die Esche sei eine ökologisch wichtige und ökonomisch interessante Baumart. Die Esche spiele auch in Schutzwäldern eine wichtige Rolle.

Die Esche ist neben der Buche die zweithäufigste Laubholz-Baumart des Landes. Ihr Anteil beträgt gesamtschweizerisch vier Prozent - in einzelnen Kantonen zehn und mehr Prozent.

bg/sda