Ein Füllgrad von 45 Prozent entspricht einer beliebig abrufbaren Stromreserve von 3850 Millionen Kilowattstunden.
Letztes Jahr um die selbe Zeit waren die Stauseen nur noch zu 25 Prozent gefüllt, in den beiden Vorjahren zu rund 33 Prozent.
Warmer Winter
Stauseen haben im Winter weniger Wasser, weil ihr Inhalt für den saisonal erhöhten Strombedarf gebraucht wird. Zudem bleiben Niederschläge als Schnee liegen.
Die gegenwärtig hohen Pegelstände dürften also mit dem warmen Winter zusammenhängen: Der Strombedarf war geringer als in andern Wintern, und es regnete bis in höhere Lagen.
Für den hohen Füllgrad der Schweizer Stauseen dürften aber auch die tiefen Preise auf dem europäischen Strommarkt verantwortlich sein. An der führenden Strombörse, der EEX in Leipzig, haben die Stundenstrompreise in den vergangenen Wochen Tiefststände erreicht, sogar für die Mittags- und Abendstunden.
Billiger Strom importiert
Bei guten Preisen an den Strombörsen lasse sich mit dem Export von Spitzenstrom viel verdienen, meint Walter Hauenstein, Direktor des Schweizerischen Wasserwirtschaftsverbandes.
Bei tieferen Preisen würden die Elektrizitätsunternehmen ihre Wasserkraftturbinen nicht mehr laufen lassen und ihr Wasser sparen, erklärt Hauenstein.
Für die Grundversorgung im Inland werde dann der Strom zu billigen Preisen importiert.
