Ein Fussmarsch sei der einfachste Weg, in den USA Aufmerksamkeit zu gewinnen. Niemand sei hier zu Fuss unterwegs, sagte Vosseler an einem Empfang am Donnerstag im Schweizer Generalkonsulat in New York.
Glauben an Menschen gestärkt
Der Weg führte ihn durch die Mojave Wüste, an den Grand Canyon, durch Schneestürme in den Gebieten der Hopi-Indianer, durch Sand-Orkane in Texas, weiter Richtung Osten, dem Apalachen-Gebirge nach bis an die Ostküste.
«Die Begegnungen auf diesem Marsch haben meinen Glauben an die Menschheit gestärkt», sagt Vosseler als Fazit. Tausende Personen hätten ihn angesprochen, ihm Hilfe, Nahrung oder Unterkunft angeboten. Über 300 Mal habe er das Angebot für Mitfahrgelegenheiten dankend ausgeschlagen: Ohne Begleitfahrzeug und per pedes wollte er sein Ziel erreichen.
Im Gespräch mit den Amerikanern habe er seine Botschaft deutlich anbringen können: Nicht nur führe die weitere Verschwendung von durch Kohlenstoffe gewonnene Energie zum Umweltkollaps, in der Verwendung nachhaltiger Energien liege zudem die grosse Chance für die Entwicklung der Weltwirtschaft.
US-Führungsrolle gegen Klimawandel
Die USA habe er gewählt, weil hier neue Ideen rasch Fuss fassen könnten, sagte Vosseler. Um die Welt von Kohlenstoff-Energie zu befreien, müsse das Land zudem die Führungsrolle übernehmen.
Wer kein Interesse an Vosselers Einsatz für Sonnen- und Windenergie gezeigt habe, sei beeindruckt von der athletischen Leistung der Wanderung gewesen.
Negative Erlebnisse erzählt Vosseler bloss zwei: Einmal habe ihn ein älterer Automobilist fast angefahren. Ein anderes Mal verlor er beim Heben seines 22 Kilogramm schweren Gepäckwagens das Gleichgewicht und fiel in einen Kaktus.
Bald durch China?
Vosseler machte bereits letztes Jahr mit vier Schweizer Kollegen Schlagzeilen, als sie den Atlantik mit dem mit Solarenergie betriebenen Katamaran Sun 21 durchquerten. Seinen privaten Feldzug für nachhaltige Energie will der fitte 59-jährige Mann weiterziehen.
Nach Wanderungen von Basel bis Jerusalem und durch die USA sowie der Fahrt über den Atlantik seien wesentliche Teile der Erdumrundung bereits geleistet, sagte Vosseler. Gut möglich, dass er bald Asien unter die Füsse nehmen werde.
Der einzige Sponsor des Wanderers: Der Basler Macher der Sandalen, die Vosseler trug. Sieben Mal musste Vosseler sie neu besohlen lassen.
