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Schon seit 10 Tagen Minustemperaturen

Im Mittelland ist es kälter als in der Höhe.
Sonntag, 11. Januar 2009
Bern - Am Sonntag blieben die Temperaturen im Schweizer Mittelland am zehnten Tag in Folge unter null Grad. Eine Kältewelle von dieser Länge ist aber nicht untypisch für Januar und Februar - solche Kälteperioden dauerten auch schon einen ganzen Monat an.
Seit dem 2. Januar stieg das Thermometer in weiten Teilen der Schweiz nicht mehr über 0 Grad. Die Temperaturen im Mittelland betrugen in dieser Zeit tagsüber zwischen - 1 und - 7 Grad.

Zehn Eistage in Folge seien meteorologisch für die Schweiz nichts Aussergewöhnliches, sagte der Meteorologe Ludwig Z'Graggen von MeteoSchweiz auf Anfrage. Es sei aber in letzter Zeit nicht mehr häufig vorgekommen, räumte er ein. «Die Leute sind sich nicht mehr daran gewöhnt.»

1963: 28 Tage im Minus

Die Schweiz kennt aber weit längere Kälteperioden: 1963 blieb das Thermometer etwa in Neuenburg zwischen dem 12. Januar bis zum 8. Februar unter 0 Grad. Mit 28 Eistagen handelt es sich dabei nach Angaben von MeteoSchweiz um das längste Kälteereignis seit 1900.

Während jeweils 26 Tagen in Serie hatte der Frost die Schweiz in den Wintern 1956 und 1944/45 im Griff. Bei diesen Ereignissen lagen auch die Temperaturen wesentlich tiefer als in den letzten Wochen: 1956 schwankten die Tageshöchsttemperaturen an einigen Stationen zwischen -5 und - 15 Grad.

Auch wenn es noch mindestens in den nächsten Tagen so kalt bleibe, sei kein Kälterekord zu erwarten, sagte Z'Graggen weiter. In der Kältestube der Schweiz, im neuenburgischen La Brévine, zeigte das Thermometer in der Nacht auf Sonntag - 27,6 Grad an; die tiefste dort je gemessene Temperatur liegt jedoch bei - 41,8 Grad.

Sonne über dem Nebel

Am Sonntag sanken die Temperaturen im Flachland nochmals leicht ab. Grund dafür ist eine tiefere Inversionslage, die unter dem Nebel für Kälte sorgt, während darüber die Sonne deutlich höhere Temperaturen erzeugt.

In den Bergen herrschte denn auch schönstes Wetter. Dort kletterten die Temperaturen am Sonntag gar auf über 0 Grad. In Adelboden BE, wo am Wochenende der Skiweltcup-Zirkus gastierte, war es am Sonntagmittag rund 2 Grad «warm».

Die beiden Skirennen und das schöne Wetter lockten Zehntausende Zuschauer nach Adelboden - am Samstag waren es laut den Organisatoren 25 000, am Sonntag 11'500. Auch der neue Sportminister Ueli Maurer absolvierte dort am Samstag seinen ersten öffentlichen Auftritt als Bundesrat.

fest/sda