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Sammelziel bei PET-Recycling erreicht

PET ist ein umweltfreundlicher und hochwertiger Wertstoff, der sich gut rezyklieren lässt.
Montag, 10. Juli 2006
Bern - Letztes Jahr sind 75 Prozent der PET-Flaschen wiederverwertet worden. Damit wurde die gesetzliche Mindest-Verwertungsvorgabe just erreicht.
Die freiwillige privatwirtschaftliche Finanzierung des Recyclings bleibt jedoch gefährdet. Wie das Bundesamt für Umwelt BAFU mitteilt, wird angesichts dieser Situation die Einführung einer staatlichen PET- Entsorgungsgebühr vorbereitet. Die entsprechende Änderung der Verordnung über die Getränkeverpackungen VGV wird voraussichtlich im Spätsommer in die Anhörung geschickt.

Getränkeverpackungen aus Glas, Aluminium und PET müssen heute laut VGV eine Verwertungsquote von mindestens 75 Prozent erreichen. Glas erfüllte diese Zielvorgabe wie in den Jahren zuvor deutlich und erreichte 95 Prozent. Auch Aluminiumdosen hielten die Vorgabe der VGV mit 90 Prozent gut ein, wie das BAFU weiter schreibt.

Die Mitglieder des Vereins PET-Recycling Schweiz PRS, die rund 85 Prozent des Schweizer Getränkemarktes vertreten, übertrafen die minimale Quote wie im Jahr zuvor mit 78 Prozent. Das gesamtschweizerische Ergebnis liegt aber jeweils tiefer, weil 15 Prozent der Händler, darunter Denner, nicht Mitglied von PRS sind.

Entsorgungsbeitrag von 4 Rappen

Das ärgert die PRS-Mitglieder: Sie zahlen der PRS auf jede verkaufte PET-Flasche einen Entsorgungsbeitrag von 4 Rappen; dadurch werden ihre Getränke etwas teurer.

Die sogenannten Selbstentsorger hingegen zahlen keinen Rappen und können ihre Getränke deshalb günstiger anbieten. Gleichzeitig profitieren sie aber vom flächendeckend ausgebauten PRS-Sammelnetz.

Finanzielle Beteiligung

Wie der Verein PRS am Montag mitteilte, sind mit diesen «Selbstentsorgern» derzeit Verhandlungen über eine finanzielle Beteiligung im Gang. Damit soll ein staatlich aufgezwungenes PET- Pfand verhindert werden.

Das heutige Modell steht umso mehr auf wackligen Füssen, als in den letzten Monaten mehrere wichtige PRS-Mitglieder laut über einen Austritt aus dem Verein nachdachten. In diesem Fall wäre die PRS laut BAFU mittelfristig nicht mehr in der Lage, das Sammelsystem kostendeckend zu finanzieren.

fest/sda