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Fukushima: Starke Radioaktivität gemessen

Rückschlag in Fukushima - Verstrahlte Lebensmittel

Bewohner der Präfektur Fukushima werden auf radioaktive Belastung untersucht.
20. März 2011: Britische Staatsbürger erhalten in ihrer Botschaft Jodtabletten.
19. März 2011: Japaner beten im Sensouji-Tempel für die Opfer der Katastrophe.
17. März 2011: Stromsparen im Ginza-Distrikt - Dunkle Nacht wo sonst tausende Lichter flackern.
16. März 2011: Massenansammlungen in Tokios Bahnstation Ikebukuro wegen eingeschränkter Zugsverbindungen.
11. März 2011: Direkt nach dem Erdbeben gehen Kindergärtnerinnen mit ihren Schützlingen in ein Evakuierungszentrum.
Montag, 21. März 2011
Tokio - Im Kampf um die Kontrolle am Atomkraftwerk Fukushima müssen die Einsatzkräfte einen Rückschlag verkraften: Über zwei Blöcken des japanischen Katastrophen-Kraftwerks stiegen am Montag wieder Rauch und Dampf auf. Gleichzeitig wurde im Gebiet rund um das KKW eine starke Radioaktivität festgestellt.
In den Gebieten der Krisenregion im Nordosten Japans steigt die Strahlenbelastung im Essen und im Trinkwasser. Für vier Präfekturen verhängte die Regierung in Tokio am Montag ein Lieferverbot für Milch und mehrere Gemüsesorten. Ein komplettes Dorf in der Fukushima-Region darf kein Leitungswasser mehr trinken.

Die Strahlungswerte in Fukushima sind nach Informationen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA auch ausserhalb der Evakuierungszone hoch. Nach Messwerten von Sonntag lagen die Werte ausserhalb der 20-Kilometer-Zone teils erheblich über der natürlichen Strahlung.

Hohe Strahlung

«Da muss man sich etwas überlegen», sagte ein hochrangiger IAEA-Beamter der Nachrichtenagentur dpa auf die Frage, ob eine Erweiterung der Evakuierungszone notwendig sei. Am Sonntag wurde nach IAEA-Informationen beispielsweise 58 Kilometer vom Atomkraftwerk entfernt eine Strahlung von 5,7 Mikrosievert pro Stunde gemessen.

Der von der IAEA empfohlene Strahlengrenzwert für einen normalen Erwachsenen liegt bei 1 Millisievert 1000 Mikrosievert pro Jahr. Demnach könnten sich die Menschen, die 58 Kilometer von den Reaktoren entfernt leben, rund sieben Tage dort aufhalten, ohne langfristig gesundheitliche Schäden wie Krebs zu riskieren.

Auch das Meerwasser ist radioaktiv belastet. In der Nähe der Anlage sei im Wasser ein deutlich höherer Wert an radioaktivem Jod aufgetreten, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo. Auch der Cäsium-Wert im Wasser sei erhöht gewesen.

Verdächtiger Rauch

In Fukushima beschossen erneut Wasserwerfer Abklingbecken der Reaktoren 3 und 4 über Stunden mit Meerwasser, um die heissen Brennstäbe zu kühlen. Über dem Abklingbecken von Block 3 wurde gegen 16 Uhr Ortszeit grauer Rauch gesichtet, der sich dann wieder verzog. Später war auch über Block 2 Dampf zu sehen.

Die Ursachen waren in beiden Fällen unklar, wie ein Sprecher der japanischen Atomsicherheitsbehörde NISA laut der Nachrichtenagentur Kyodo sagte. Die Radioaktivität sei nicht «dramatisch» gestiegen. Der AKW-Betreiber Tepco zog wegen des Rauchs die Arbeiter zwischenzeitlich von den besonders gefährlichen Geländeteilen ab.

18'000 Tote

Die japanische Polizei rechnet inzwischen mit mehr als 18'000 Toten durch die Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe vom 11. März. Bislang wurden mehr als 8800 Leichen geborgen und identifiziert. 12'654 Menschen gelten noch als vermisst, wie die Nationale Polizeibehörde am Montag mitteilte.

Ein Sprecher der Polizei der Präfektur Miyagi sagte, alleine in seinem Bereich rechne man mit mehr als 15'000 Toten.

 

 

fest/sda