In den Spitälern kämpften mehr als 2500 Menschen gegen Durchfall, Fieber und Erbrechen. Die Zustände seien chaotisch, hiess es am Freitagabend Ortszeit. In der Bevölkerung kam es nach Medienberichten zu Panikreaktionen, die Menschen stürmten Spitäler und Hilfseinrichtungen, um Hilfe zu erhalten.
Hilfsorganisationen, die seit dem Erdbeben im Land sind, konzentrierten sich auf die überfüllten Obdachlosenlager in der Hauptstadt Port-au-Prince. Gesundheitsminister Alex Larson appellierte an die Bevölkerung, auf die Hygiene zu achten.
Tausende auf der Suche nach Trinkwasser
In den betroffenen Gebieten im Hinterland der Stadt Saint-Marc rund 100 Kilometer nördlich von Port-au-Prince begannen die Menschen, an Durst zu leiden, da sie das verschmutzte Wasser aus dem Fluss Artibonite nicht mehr benutzen konnten. Tausende von Menschen seien auf der Suche nach Trinkwasser, berichteten Augenzeugen.
In New York kündigte die Vize-Nothilfekoordinatorin der Vereinten Nationen, Catherine Bragg, an, Antibiotika, 10'000 Kisten mit Kohletabletten und Gerät zum Desinfizieren von Wasser sei auf den Weg nach Haiti gebracht worden.
Cholera für Haiti untypisch
Regierungschef Jean-Max Bellerive sagte, es stehe noch nicht fest, woher die Cholera-Bakterien stammten. Die Behörden vermuten, dass nach den Regenfällen der vergangenen Wochen Latrinen überliefen und das bakterienverseuchte Wasser in den Fluss Artibonite gelangte. Der erste Cholera-Fall war am vergangenen Dienstag aufgetreten. Die Cholera ist für Haiti eigentlich untypisch. Eine Epidemie hat es in dem Land seit Jahrzehnten nicht gegeben.
Bei dem Erdbeben am 12. Januar wurden in Port-au-Prince und in der Umgebung weit über 220'000 Menschen getötet. Mehr als eine Million Menschen leben seither auf engstem Raum in Obdachlosenlagern.
