Schmutzige Luft tötet
«Schmutzige Luft ist als stiller Killer gefährlicher als die Grippe», berichtete das Französische Institute for Public Health Surveillance in einer Aussendung. Das grosse Problem der Luftverschmutzung sei die Tatsache, dass die Menschen tagtäglich und ein Leben lang damit konfrontiert sind. Zudem fehle es in der Öffentlichkeit am Verständnis dieses Problems.
Auch der Umweltmediziner Hanns Moshammer vom Institut für Umwelthygiene der Universität Wien bestätigte, dass es sehr schwer sei die Risiken zu kommunizieren. «Es geht nicht darum, Panik zu erzeugen, sondern aufzuklären. Schliesslich ist Luftverschmutzung eine kombinierte Einwirkung auf Lebenszeit.»
Je näher der Strasse, desto gefährlicher
Je näher die Distanz zu Strassen, desto grösser ist das Risiko krank zu werden. «Das könnte man als Faustregel aufstellen», meinte Nino Künzli, Ordinarius für Sozial- und Präventivmedizin an der Universität Basel. Besonders gefährlich sind die in den europäischen Städten existierenden Strassenschluchten.
Die Luftverschmutzung im Verkehr fordert jährlich mindestens doppelt so viele Menschenleben wie Verkehrsunfälle. Zu diesem Schluss kamen US-Forscher vom Massachusetts Institute of Technology. Laut den Schätzungen sterben jährlich mindestens 5.000 Briten rund zehn Jahre vor ihrer natürlichen Lebenserwartung in Folge von Auto-Abgasen, 2.000 durch Flugzeugabgase. Verkehrsunfälle fordern vergleichsweise 1.850 Todesfälle jährlich.
