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Reinigungseffekt höher als bisher angenommen

Pflanzen machen Stadtluft sauberer

Park in Wien, im Hintergrund das Rathaus.
Montag, 23. Juli 2012
Washington DC/Wien - Luftverschmutzung in den Städten gehört zu den grossen Sorgen der Umweltmediziner. Nun haben Forscher um Thomas Pugh im Fachmagazin «Environmental Science and Technology» von der American Chemical Society bewiesen, dass Grünpflanzen die Umweltbelastung in Städten acht Mal stärker reduzieren kann als bisher angenommen.
Die Forscher haben zwei sehr problematische Substanzen unter die Lupe genommen. Bäume, Sträucher und Gräser konnten die Stickoxide um 40 Prozent und die mikroskopische Partikel-Masse PM um 60 Prozent reduzieren. Im Gesamten konnten die Pflanzen die Schadstoffbelastung um nur fünf Prozent senken. Dennoch sei es Grund genug, die Stahl- und Beton-Canyons in den Städten zu begrünen, schreiben die Autoren.

Schmutzige Luft tötet

«Schmutzige Luft ist als stiller Killer gefährlicher als die Grippe», berichtete das Französische Institute for Public Health Surveillance in einer Aussendung. Das grosse Problem der Luftverschmutzung sei die Tatsache, dass die Menschen tagtäglich und ein Leben lang damit konfrontiert sind. Zudem fehle es in der Öffentlichkeit am Verständnis dieses Problems.

Auch der Umweltmediziner Hanns Moshammer vom Institut für Umwelthygiene der Universität Wien bestätigte, dass es sehr schwer sei die Risiken zu kommunizieren. «Es geht nicht darum, Panik zu erzeugen, sondern aufzuklären. Schliesslich ist Luftverschmutzung eine kombinierte Einwirkung auf Lebenszeit.»

Je näher der Strasse, desto gefährlicher

Je näher die Distanz zu Strassen, desto grösser ist das Risiko krank zu werden. «Das könnte man als Faustregel aufstellen», meinte Nino Künzli, Ordinarius für Sozial- und Präventivmedizin an der Universität Basel. Besonders gefährlich sind die in den europäischen Städten existierenden Strassenschluchten.

Die Luftverschmutzung im Verkehr fordert jährlich mindestens doppelt so viele Menschenleben wie Verkehrsunfälle. Zu diesem Schluss kamen US-Forscher vom Massachusetts Institute of Technology. Laut den Schätzungen sterben jährlich mindestens 5.000 Briten rund zehn Jahre vor ihrer natürlichen Lebenserwartung in Folge von Auto-Abgasen, 2.000 durch Flugzeugabgase. Verkehrsunfälle fordern vergleichsweise 1.850 Todesfälle jährlich.

bg/pte