Die Zwangsevakuation wurde beschlossen, weil ein Einsturz der Altstadthäuser nicht ausgeschlossen werden konnte. Wegen der starken Strömung mussten Helikopter die Menschen bergen.
Im übrigen Kanton Bern entspannte sich die Lage ein wenig. Fieberhaft wurde in allen Überschwemmungsgebieten an der Wiedereröffnung von Verkehrswegen gearbeitet.
Von der Umwelt isoliert
Von der Umwelt abgeschnitten blieben aber das Diemtigtal, das Oberhasli und Brienz im Berner Oberland. In der Innerschweiz waren das Melchtal, Engelberg OW, Bauen und Isenthal UR isoliert. Vielerorts muss das Trinkwasser abgekocht werden.
Riskant war die Lage auch in Lungern OW: Dort konnte ein Murgang zwar unter Kontrolle gebracht werden, ein über 300 Kubikmeter grosser Felsblock gefährdete die Gemeinde aber. Er wurde am Nachmittag gesprengt. 100 Evakuierte konnten darauf wieder in ihre Häuser zurückkehren.
Im nidwaldnerischen Ennetbürgen stieg der Vierwaldstättersee erneut. Die seenah wohnende Bevölkerung wurde aufgefordert, in den Häusern zu bleiben. Auch Brunnen SZ war, wie andere Anrainergemeinden des Sees, überschwemmt.
Arbeit durch Gaffer behindert
In Luzern standen weite Teile der Innenstadt unter Wasser. Gaffer behinderten die Arbeit der Einsatzkräfte. Deshalb wurde ein Steg über die Reuss gesperrt. Nur noch zwei Brücken sind uneingeschränkt offen. Im Keller des Verkehrshauses wurden unersetzbare Fahrzeuge und Archivmaterialien zerstört.
Im Kanton Schwyz blieb die Lage in etwa gleich, in Zug trat eine Entspannung auf. Im Kanton Uri soll die Autobahn A2 am Wochenende wieder geöffnet werden.
