Für Marco Weber sei die Reise von St. Petersburg nach Zürich eine Art «Zwischenraum» gewesen, der ihn vor dem zu erwartenden Trubel in der Schweiz trenne, sagte Greenpeace Schweiz-Co-Geschäftsleiter Allemann im Interview. Weber sei ja «unfreiwillig zu einer Art Berühmtheit geworden.»
Weber hatte Russland Ende vergangener Woche nach einem über dreimonatigen unfreiwilligen Aufenthalt verlassen können. Er war Mitte September zusammen mit 27 anderen Greenpeace-Aktivisten in der Barentssee beim Versuch verhaftet worden, eine Ölplattform des russischen Energiekonzern Gazprom zu besteigen.
Frei dank Amnestiegesetz
Mit der Aktion wollte Greenpeace gegen die Ölförderung von Gazprom in der Arktis protestieren. Die russische Behörden beschlagnahmten ihr Schiff «Arctic Sunrise» und klagte die 30 Besatzungsmitglieder wegen Piraterie an. Später schwächte die Justiz den Tatbestand zwar auf «Rowdytum» ab. Dennoch drohten den Aktivisten weiterhin langjährige Haftstrafen.
Ende November liessen die Behörden Marco Weber und die restlichen Besatzungsmitglieder gegen Kaution aus der Haft frei, sie durften Russland aber nicht verlassen. Nachdem das russische Parlament am 18. Dezember ein Amnestiegesetz verabschiedet hatte, stellte die Justiz die Verfahren gegen alle 30 Personen ein.
