«Für Kleinlebewesen, die an der Unterseite des Eises leben und gleichzeitig Ausgangspunkt der Nahrungskette auch für uns Menschen sind, bleibt immer weniger Lebensraum», erläuterte Georg Heygster vom Institut für Umweltphysik der Universität Bremen. Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Arktis seien gravierend.
Nach Heygsters Angaben schwankt die Eisausdehnung im Jahresverlauf zwischen etwa 15 Millionen Quadratkilometern im März und 5 Millionen im September. Der aktuelle Wert sei um 0,6 Prozent geringer als das Minimum von 2007 und könnte in den nächsten Wochen geringfügig weiter abnehmen.
Nordost- und Nordwestpassage eisfrei
Auch in diesem Jahr seien die Nordost- und Nordwestpassage wieder gleichzeitig eisfrei. Dieses Phänomen sei erstmals 2008 beobachtet worden. Mit einem neuen Tiefstand der Eisbedeckung in diesem September hatten Wissenschaftler schon vor Wochen gerechnet.
Der Rückgang der Eisfläche kann dem Umweltphysiker zufolge nicht mehr mit der natürlichen Variabilität von Jahr zu Jahr erklärt werden. Beobachtungen aus den vergangenen Jahren zeigen laut Heygster ausserdem, dass auch die mittlere Eisdicke abnimmt.
