Anzeige

Maikäfer sind Plage für die Schweizer Landwirtschaft

Die Käfer sind geschlüpft, und sitzen paarungsbreit in den Bäumen, die sie langsam kahlfressen.
Mittwoch, 14. Mai 2008
Bern - Die Maikäfer fliegen wieder. Hervorgelockt vom warmen Wetter haben die gefrässigen Insekten in diesen Tagen das Erdreich verlassen. Paarungsbereit sitzen sie nun in den Bäumen und fressen diese kahl.
Betroffen sind dieses Jahr vor allem das Prättigau, das St. Galler Rheintal, das östliche Berner Oberland oder der Thurgau, wie Christian Schweizer von der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART auf Anfrage sagte.

«Dramatisch» sei die Lage etwa in Trin Mulin GR, das der Experte am Vortag mit einem Team von «Schweiz aktuell» von SF besucht hat. Dort sässen Millionen von Maikäfern in den Bäumen.

Die Populationen seien generell am Wachsen. Ein Grund dafür könnte die Klimaerwärmung sein: Längere Vegetationsperioden, ein besseres Nahrungsangebot und lange trockene Perioden während der Paarungszeit im Frühling fördern die Entwicklung der Maikäfer.

Bekämpfung der Engerlinge

Die Bekämpfung der Engerlinge ist schwierig, zumal der Einsatz von Insektiziden heute verboten ist. Eine von der ART entwickelte Alternative setzt auf den Pilz Beauveria brongniartii weisse Muskardine. Auf Gerstenkörnern wird dieser in den Boden eingearbeitet, wo er die Engerlinge befällt und tötet.

Laut Schweizer wurden bisher rund 2000 Hektaren so behandelt - mit gutem Erfolg. Als «Dienst an der Landwirtschaft» begleite die ART den Einsatz kostenlos. Selbst bezahlen muss der Bauer aber das Schädlingsbekämpfungsmittel - rund 1000 Franken pro Hektare.

Den Maikäfern, die im Herbst des zweiten Jahres aus der Puppe schlüpfen und im folgenden Frühling ausfliegen, ist dagegen kaum beizukommen. Am liebsten fressen sie Eichen, Buchen oder Ahorn kahl, befallen aber auch Lärchen Erlen, Birken oder Obstbäume.

fest/sda