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Lütschinental vor Gletschersee schützen

Die Gefahr einer Flutwelle ist steigend.
Freitag, 17. Oktober 2008
Grindelwald - Der Kanton Bern hat beschlossen, das Lütschinental vor der Gefahr zu schützen, welche der sich immer wieder bildende Gletschersee ob Grindelwald darstellt. Im Januar legt die Regierung dem Kantonsparlament einen Kredit vor.
Die Berner Regierungspräsidentin Barbara Egger sagte laut einer Mitteilung an einer Medienkonferenz in Grindelwald, die Regierung werde einen Rahmenkredit von zwölf Millionen Franken vorlegen. Für die baulichen Schutzmassnahmen seien maximal 35 Mio. Franken nötig. Der Bund habe seine Unterstützung zugesichert.

In den kommenden Monaten wird nun in einer Studie untersucht, welche baulichen Massnahmen die besten sind. In Frage kommen eine Bresche im Fels- und Eisriegel vor dem See, ein Stollen und ein Rückhalteraum im Talboden.

Der Gletschersee oberhalb von Grindelwald beunruhige die Experten und Behörden, heisst es in der Mitteilung. Derzeit drohe zwar keine akute Gefahr. Jahr für Jahr werde der See aber immer grösser. In den Sommermonaten entleert er sich jeweils spontan.

Folge von Felssturz und Gletscherrückgang

Der See bildete sich vor zwei Jahren nach einem grossen Felssturz auf den Unteren Grindelwaldgletscher. Er ist auch eine Folge des Gletscherrückgangs. Der Seepegel wird unter anderem mit Videokameras überwacht; am Ausgang der Gletscherschlucht wird zudem der Wasserstand der Lütschine mit Messgeräten kontrolliert.

Im letzten Juni sagten Experten, der See könnte in den nächsten fünf bis zehn Jahren ein Volumen von rund 10 Millionen Kubikmetern erreichen. Dadurch steigt die Gefahr einer Flutwelle in der Lütschine.

ht/sda