Anzeige
Leuthard spricht am MIT über Atomausstieg

Leuthard ruft zum Kampf gegen den Klimawandel

Bundesrätin Leuthard kritisiert die mangelnde Kooperation beim Kampf gegen den Klimawandel.
Mittwoch, 13. Juli 2011
Boston - Umweltministerin Doris Leuthard hat zum Abschluss ihres dreitägigen US-Besuchs vor Egoismus gewarnt. Die Folgen des Klimawandels seien nur mit gemeinsamen Anstrengungen aller Staaten und aller Disziplinen zu bekämpfen, sagte sie am renommierten MIT bei Boston.
Zögern und Hinausschieben seien fatal. Die Auswirkungen des Klimawandels machten nicht halt an staatlichen Grenzen, warnte die Bundesrätin gemäss Redetext am Dienstag am Massachusetts Institute of Technology MIT in Cambridge, nahe Boston.

Der Klimagipfel im mexikanischen Cancun Ende vergangenen Jahres habe keine verbindlichen Zusagen erbracht. «Jeder wahrt seine Interessen und keiner diejenigen der Gemeinschaft», sagte Leuthard.

Statt Einstimmigkeit anzustreben sei es besser, mit Vernunft einen «gemeinsamen Klima-Nenner» zu finden und so der Erde die dringend nötige Luft zum Atmen zu verschaffen. Die Politik müsse Anstösse geben und Freiräume schaffen.

Plädoyer für Forschung und Technologie

Leuthard verwies dabei auf den Richtungsentscheid des Bundesrats, mittelfristig aus der Atomenergie auszusteigen. In diesem Umfeld komme den Forschungsstätten die Aufgabe zu, die technologischen Antworten zu finden.

In der Gesellschaft brauche es aber auch einen Bewusstseinswandel, damit der Wert einer intakten Umwelt erkannt werde. Sollten die gemeinsamen Anstrengungen ausbleiben drohe das «System Erde» über kurz oder lang zu kollabieren, sagte Leuthard.

Am Mittwoch besuchte die Bundesrätin mehrere MIT-Laboratorien, in denen zum Thema Energieverbrauch geforscht wird, wie Dominique Bugnon, Mediensprecher des Eidg. Departementes für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte. Leuthard habe auch an zwei Gesprächsrunden teilgenommen.

dyn/sda