«Auf bis zu 60 Prozent der Waldfläche Europas könnten nur noch mediterran geprägte Eichenwälder mit niedrigem Ertragswert vorkommen», sagte Studienleiter Marc Hanewinkel von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL der Nachrichtenagentur sda.
Das Forscherteam aus der Schweiz, Deutschland, Holland und Finnland hat nun erstmals anhand von wirtschaftlichen Kennzahlen für ganz Europa berechnet, wie hoch die zu erwartenden Verluste sein könnten.
Trockenresistente Baumarten pflanzen
Als Gegenmassnahmen schlagen die Forscher vor, bei Anpflanzungen vermehrt aussereuropäische oder mediterrane Baumarten zu wählen, die an Trockenheit und Wärme angepasst sind. Erfahrungen gibt es in West- und Mitteleuropa mit der Douglasie, in Frankreich mit der Atlas-Zeder und in Südeuropa mit diversen Föhren- und Eukalyptusarten.
Auch in der Schweiz könnten bei einer starken Klimaerwärmung Mittelmeer-Eichen die produktiven Fichten langfristig verdrängen. Dies dürfte die Holzindustrie beeinträchtigen, die stark von Fichte und Weisstanne abhängig ist. «Fichten würden nur noch in den Alpen gedeihen, wo die Bewirtschaftung im steilen Gelände deutlich teurer wäre», sagt Hanewinkel.
