«Der Vorschlag wurde von den Vorsitzenden der Regionalgruppen akzeptiert», sagte der japanische Umweltminister Ryu Matsumoto am Freitag in Nagoya.
«Dieser Durchbruch kam unerwartet»
Elisabeth Maret, Sprecherin des Eidg. Bundesamtes für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur SDA: «Dieser Durchbruch kam unerwartet.» Bundesrat Moritz Leuenberger nimmt an den Schlussverhandlungen teil.
Eine Abstimmung der 193 Mitgliedstaaten der UNO-Konvention zur Artenvielfalt über das ABS-Protokoll wurde am Nachmittag erwartet.
Einigung notwendig
Nach Meinung von Beobachtern wäre die Konferenz gescheitert, sollte es in Nagoya keine Einigung auf das ABS-Protokoll geben. Das Protokoll «ist eng mit den anderen Kernfragen verknüpft», sagte Konstantin Kreiser vom Naturschutzbund.
«Die Entwicklungsländer sagen, wenn sie kein gutes Protokoll bekommen, werden sie auch nicht dem Strategieplan zustimmen», mit dem der Verlust der Artenvielfalt bis 2020 gestoppt werden soll.
«Die Industrieländer wollen den Strategieplan unbedingt», sagte Friedrich Wulf von Friends of the Earth Switzerland. Sie seien sich bewusst, dass eine fehlende Einigung auf das Protokoll Auswirkungen auf andere Bereiche habe.
Die gute Nachricht
«Japan tut alles, um dieses Protokoll durchzubekommen», sagte Wulf weiter. «Die gute Nachricht ist, dass alle daran interessiert sind, es zu schaffen.»
Die Delegierten verhandeln bereits seit zwölf Tagen in Nagoya. Neben dem ABS-Protokoll und einem Strategieplan ging es an der Konferenz auch um die Finanzierung von zukünftigen Artenschutzmassnahmen. Japan hatte am Mittwoch zusätzliche zwei Milliarden US-Dollar für den Artenschutz bis 2013 zugesagt.
Das nächste Treffen der Vertragsstaaten der Artenschutz-Konvention CBD soll 2012 in Indien stattfinden.
