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Hochwasser - Die Lage in Sachsen bleibt kritisch

Es liegen derzeit keine Pegelstände mehr vor. (Symbolbild)
Montag, 9. August 2010
Berlin - In den Hochwassergebieten in Sachsen in Deutschland bleibt die Lage kritisch. In Bad Muskau ist die Neisse bereits über die Ufer getreten. Jetzt werde der Scheitelpunkt erwartet, sagte Katastrophenstab-Leiter Thomas Gampe MDR Info.
Derzeit sei das Problem, dass keine Pegelstände mehr vorlägen. Der letzte Messpunkt etwa 20 Kilometer vor Bad Muskau sei überflutet. Bedroht ist auch der Fürst-Pückler-Landschaftspark in Bad Muskau, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Allerdings konnten nach Angaben des Bürgermeisters der Stadt, Andreas Bänder, Mobiliar und Technik in Sicherheit gebracht worden.

Im deutschen Erzgebirge und in der Sächsischen Schweiz entspannte sich in der Nacht die Lage weiter. Nach Angaben des Katastrophenschutzstabes des Landkreises Görlitz bleibt der Katastrophenalarm in den Orten entlang der Lausitzer Neisse jedoch aufrecht erhalten.

Mehrere Tote

Der deutsch-polnische Grenzfluss Neisse hatte gestern einen neuen Rekord-Pegel von über 7 Metern erreicht. Damit lag der Pegel höher als bei der grossen Flut von vor acht Jahren. Drei Menschen kamen in Sachsen durch das Hochwasser ums Leben. Mehr als 1400 Menschen wurden in Sicherheit gebracht.

Das Hochwasser verursachte auch in Polen und Tschechien schwere Schäden. Insgesamt ertranken mindestens sechs Menschen. In Tschechien wurden noch drei Menschen vermisst.

Überflutung innerhalb einer Stunde

Besonders dramatisch war die Lage in der 18'000 Einwohner zählenden polnischen Stadt Bogatynia. Kurz vor der Stadt war eine Staumauer gebrochen; die Stadt wurde darauf innerhalb von nur einer Stunde überflutet. Zahlreiche Gebäude brachen zusammen.

Inzwischen rechnen Meteorologen mit einer Entspannung der Lage: es sei derzeit nicht mit neuen Regenfällen zu rechnen, hiess es. In einigen Gebieten hat sich das Wasser bereits zurückgezogen.

 

fkl/sda