Tier- und Umweltschützer fänden es zwar «prinzipiell richtig, dass Grönlands Ureinwohner eine Quote bekommen», sagte Sandra Altherr von Pro Wildlife als Konferenzbeobachterin in Portoroz. Allerdings sei die Zahl der zum Erlegen freigegebenen Tiere zu hoch.
Der tatsächliche Bedarf an Walfleisch sei in Grönland laut einer Studie um ein Drittel niedriger. Walfleisch werde aber in Supermärkten angeboten sowie auf Kreuzfahrtschiffen und in Touristenrestaurants verkauft.
Kritik an Japan
Zweites grosses Thema der alle zwei Jahre stattfindenden IWC-Tagung war eine neuseeländische Resolution gegen die von Japan angekündigte Wiederaufnahme des Walfangs zu angeblich wissenschaftlichen Zwecken. Darin wird verlangt, dass das neue Fangprogramm Tokios zunächst von den IWC-Wissenschaftlern auf seine Stichhaltigkeit geprüft werden soll.
Hintergrund ist ein Urteil des Internationalen Gerichtshofes IGH in Den Haag vor sechs Monaten, in dem ein ähnliches Walfangprogramm Japans für illegal erklärt worden war. Die neuseeländische Resolution sieht vor, dass dieser Gerichtsbeschluss auch in Zukunft umgesetzt werden soll. Tokio läuft dagegen Sturm.
Protest gegen Island
Die EU, die USA und sechs weitere Länder protestierten zudem scharf gegen den Walfang von Island. Eine entsprechende Erklärung wurde am Montag in Reykjavik übergeben.
Darin wird kritisiert, dass das Land seit 2009 jährlich weit über 120 Finnwale erlegt habe, obwohl es in den zwei Jahrzehnten zuvor nur sieben pro Jahr waren. Damit unterlaufe Island das vor fast drei Jahrzehnten beschlossene weltweite Moratorium für kommerziellen Walfang und gefährde die ohnehin stark bedrohten Tiere.
