Nur grober Schätzwert möglich
2010 haben zwölf US-Regierungsbehörden den Versuch unternommen, die verursachten Kosten pro Tonne CO2 zu beziffern. Beobachter sehen in der Erhöhung auf 36 Dollar ein Zeichen der Obama-Administration, dass man verstanden habe, dass die Schäden des Klimawandels grösser sind als bisher angenommen. Theoretisch hätte die US-Regierung auch die Möglichkeit, strengere Standards für den Ausstoss von Treibhausgasen festzulegen. In den vergangenen Jahren habe es Obama allerdings versäumt, eine gesunde Klimapolitik auf die Beine zu stellen, wie es Smid formuliert.
Bei der Quantifizierung der gesellschaftlichen Folgekosten handelt es sich nur um grobe Schätzwerte. Unzählige Studien haben bereits versucht, adäquate Schätzungen abzugeben. Diese belaufen sich auf bis zu 200 Euro pro Tonne, doch eine exakte Zahl kann man naturgemäss nicht ausmachen. Aufmerksam auf die Änderung des Indikators ist die Washington Post in einer Verordnung zur verbesserten Energieeffizienz von Mikrowellen geworden. In der Regierung ist man der Ansicht, dass es sich bei den 36 Dollar um eine angemessene Zahl handelt. «In der Tat nutzen andere Regierungen, internationale Institutionen und grosse Unternehmen ähnliche Schätzungen», heisst es aus dem Weissen Haus.
Keine Anreize für Industrie
Die damit verbundenen direkten Auswirkungen auf Unternehmen in den USA sind dennoch gering. «Solange der CO2-Austoss nichts kostet, hat die Industrie auch keine Anreize, diesen einzudämmen», sagt Smid. Er bemägelt zudem den aus seiner Sicht nicht funktionierenden Emissionshandel in Europa sowie das vermeintliche Ungleichgewicht zwischen den tatsächlich verursachten Umweltschäden einerseits und den dafür veranschlagten gesellschaftlichen Kosten andererseits. Allein in den USA wurden im Jahr 2011 rund 6,7 Mrd. Tonnen CO2 ausgestossen.
