Sie könne aber auch dazu führen, dass die Häfen in Norwegen im Winter zufrieren.
Nach Erkenntnissen der Forscher wird sich der warme Golfstrom, bis zum Jahr 2100 erlahmen. Die Wissenschaftler prognostizieren einen Rückgang der Strömung um 30 Prozent. Für einzelne Staaten könne das «massive Erschütterungen» mit sich bringen, sagte der Direktor des Max-Planck-Institut.
«Widerstreitende Effekte»
Obwohl es naheliegend erscheine, dass es in Nordeuropa durch die geringere Kraft des Golfstromes deutlich abkühle, werde es jedoch insgesamt wärmer.
«Es gibt zwei widerstreitende Effekte», sagte Marotzke. «In Europa überlappen sich die Abkühlung durch die nachlassende Ozeanzirkulation und die durch den Ausstoss von Treibhausgasen hervorgerufene Erwärmung der Atmosphäre.»
Erwärmung stärker als Abkühlung
In der Bilanz sei die Erwärmung drei Mal so stark wie die Abkühlung. «Das würde im Schnitt eine Abkühlung um ein Grad bedeuten», sagte Marotzke.
Tatsächlich aber sei aber beispielsweise in Deutschland bis 2100 mit einer durchschnittlichen Erwärmung um drei Grad Celsius zu rechnen.
«Wir erwarten, dass es im Jahr 2080 im Sommer kein Meereis mehr in der Arktis geben wird», sagte der Klimaforscher. «Aber was passiert im Winter?»
Heute würden die norwegischen Häfen durch warme Ozeanströmungen im Winter eisfrei gehalten, doch könnten sie im gesamten Winter zufrieren, wenn die warmen Strömungen ausbleiben. «Die Folgen für die norwegische Wirtschaft sind nicht auszudenken».
