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Gemeindepräsidentin von Mörel weist Vorwurf zurück

In der Kirche St. Hilarius in Mörel VS hängt derzeit der Haussegen schief.
Sonntag, 27. März 2005
Mörel - Die Gemeindepräsidentin von Mörel weist den Vorwurf, die Walliser Gemeinde habe nach dem Unwetter im Jahr 2000 Spendengelder unterschlagen, vehement zurück. Wir haben immer alles sauber offen gelegt, sagte Marianne Imfeld.
"Mein Gewissen ist rein", sagte Imfeld in einem Interview mit dem SonntagsBlick. Mörel habe nie mit der Glückskette direkt verhandelt. Das sei alles über den Kanton gelaufen. Dieser habe alle Schadensfälle nach dem Unwetter verwaltet und mit der Glückskette abgerechnet.

"Der Vorwurf, wir hätten Spendengelder unterschlagen, stimmt schlichtweg nicht." Deshalb verstehe sie nicht, warum der Kanton jetzt ihrer Gemeinde den schwarzen Peter zuschiebe, sagte Imfeld. Aber: "Sollten wir unwissentlich Fehler gemacht haben, sind wir bereit, das Geld zurückzugeben."

Rücktritt ist kein Thema

Ein Rücktritt kommt für Imfeld trotz der Vorwürfe nicht in Frage. Im Moment stehe noch der grösste Teil des Dorfes hinter ihr, sagte sie. Und ein Rücktritt käme einem Schuldeingeständnis gleich.

Der Kanton Wallis beziehunsgweise Mörel muss der Glückskette 860 000 Franken zurückerstatten. Diese Summe wurde der Gemeinde nach den Unwettern im Jahr 2000 zu viel ausbezahlt, wie das kantonale Finanzinspektorat feststellte.

Mörel verschwieg aus Sicht des Kantons einen Teil der erhaltenen Privatspenden. Der Kanton unterbreitete der Glückskette somit eine nicht korrekte Auflistung der finanziellen Bedürfnisse der unwettergeschädigten Gemeinden.

Geld ist zweckgebunden

Wie die Glückskette betont, bleiben die rückerstatteten Gelder zweckgebunden und gehen in den Fonds "Unwetter Wallis, Tessin und angrenzende Regionen" zurück.

In diesem Fonds befinden sich von den 74 gesammelten Millionen vom Herbst 2000 zurzeit noch etwa 6 Millionen Franken. Diese werden weiterhin für Unwetterprojekte - zum Beispiel für ein neues Dorfzentrum in Baltschieder - gebraucht werden.

rp/sda