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Chinesische Ölpest grösser als angenommen

Gelbes Meer von Öl durchzogen

Ölteppich auf dem Meer: China hat die Verschmutzung lange unter den Teppich gekehrt.
Donnerstag, 4. August 2011
Peking - Das Ausmass der Ölpest im Gelben Meer vor der chinesischen Küste ist nach Angaben des US-Ölkonzerns ConocoPhillips grösser als bisher angenommen. Während der Reinigungsarbeiten in der Bohai-Bucht wurde auf dem Meeresgrund weiterer ölhaltiger Bohrschlamm entdeckt.
Zwar sei das genaue Ausmass unbekannt, es werde nun aber mit mehr ausgelaufenem Öl und ölhaltigem Bohrschlamm gerechnet als den zunächst angegebenen 1500 Barrel, heisst es in der Erklärung von ConocoPhillips weiter. Das Unternehmen betreibt die betroffene Ölbohrplattform gemeinsam mit der staatlichen chinesischen Ölfirma CNOOC.

Die Ölpest war durch ein Leck an der Plattform ausgelöst worden. Die Umweltkatastrophe wurde erst vor einem Monat bekannt, nachdem die Behörden wochenlang geschwiegen hatten.

Die Behörden haben ConocoPhillips aufgefordert, bis Sonntag den verseuchten Meerboden zu säubern. Eine Unternehmenssprecherin sagte, die Frist könne vermutlich eingehalten werden. Vor Ort seien «hunderte professionelle» Arbeiter im Einsatz.

Eine Entschuldigung

ConocoPhillips und CNOOC haben sich für die Ölpest entschuldigt. Umweltaktivisten werfen den Unternehmen vor, keine ausreichenden Angaben über die verursachten Schäden zu machen. Eine unabhängige Einschätzung der Schäden sei schwierig, weil nur die chinesische Regierung Zugriff auf die entsprechenden Informationen habe, sagte Ma Jun vom Institute of Public and Environmental Affairs.

dyn/sda