Landesweit sei keine erhöhte radioaktive Strahlung gemessen worden, sagte der Vorsitzende des staatlichen Atomkonzerns Rosatom, Sergej Kirijenko. Die Werte lägen im normalen Bereich.
In der 30 Kilometer weiten Sperrzone um das ukrainische frühere Atomkraftwerk Tschernobyl habe es bislang keine Brände gegeben, sagte der Leiter des Kiewer Zivilschutzes, Orest Turkwitsch. Die Gegend war durch die Atomkatastrophe 1986 extrem verstrahlt worden.
Chemiewaffen-Lager in Wäldern gefährdet
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace warnte vor verheerenden Atomunfällen infolge der Waldbrände. Durch Flammen, Hitze und Rauch könnten Hochspannungsleitungen zerstört werden oder Notstromgeneratoren ausfallen. Dadurch würden die Reaktoren der Atomanlagen nicht mehr wie notwendig gekühlt.
Dagegen erklärte die Umweltorganisation Green Cross Schweiz am Freitag, bis jetzt seien die AKW und Wiederaufbereitungsanlagen in Russland durch die Brände nicht in Gefahr.
Ein Gefahrenpunkt seien jedoch die Lager mit Chemiewaffen, die das Militär im dichten Wald gebaut habe. Diese Lager hätten im Gegensatz zu AKW keinen Schutzmantel. Gemäss Green Cross Schweiz blieben die Lager bislang aber von Bränden verschont.
Green Cross schickt Team
Sehr gefährlich sei dagegen die Lage in den Gebieten, die nach der Reaktor-Katastrophe in Tschernobyl 1986 radioaktiv verseucht wurden. Durch die Verbrennung verseuchter Wälder könne sich die Radioaktivität mit Hilfe von Wind und Asche über grosse Gebiete verbreiten.
Green Cross schickt deshalb ein Ärzte-Team nach Gomel in Weissrussland und nach Brjansk in Russland, um zu prüfen, ob die Menschen infolge radioaktiver Verseuchungen akut erkrankt seien.
Laut Philipp Steinmann von der Sektion Umweltradioaktivität beim Bundesamt für Gesundheit BAG wurden an den Schweizer auch am Freitag Messstationen keine erhöhte Radioaktivität gemessen. Das BAG gehe davon aus, dass dies so bleibe.
