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Engmaschige Wettersimulation

Exakte Prognose dank «Super-Rechner» von MeteoSchweiz

Detail einer der Rechnerknoten der neuen Cray CS-Storm für die MeteoSchweiz.
10m Windvorhersage von COSMO-2 (links) und COSMO-1 (rechts) für ein Gebiet in der Südostschweiz.
Niederschlagsvorhersage.
Vorhersage der Wahrscheinlichkeit für das Überschreiten von 5mm Niederschlag in 6 Stunden für vier 6 Stunden Abschnitte des Tages.
Die zwei neuen silbernen Cray CS-Storm Rechenschränke in der Maschinenhalle des CSCS. Links davon der derzeitige Rechner, dessen Verkleidung eine Landschaft zeigt und der nun abgelöst werden soll.
Hintere Ansicht der zwei neuen Cray CS-Storm Rechenschränke in der Maschinenhalle des CSCS.
Detail einer der Rechnerknoten der neuen Cray CS-Storm für die MeteoSchweiz.
Dienstag, 15. September 2015
Zürich - MeteoSchweiz kann künftig lokale Wetterereignisse wie Gewitter oder Föhn über dem Alpenraum detaillierter vorhersagen als bisher. Möglich macht dies ein Supercomputer, der am Dienstag in Betrieb genommen wurde.
Als erster nationaler Wetterdienst setzt MeteoSchweiz auf eine neue Rechnerarchitektur, wie das Bundesamt für Meteorologie mitteilte. Der Supercomputer am Nationalen Hochleistungsrechenzentrum der Schweiz CSCS in Lugano rechnet schneller und energieeffizienter doppelt so hoch auflösende Wettermodelle wie bisher.

MeteoSchweiz will damit den immer höheren Ansprüchen an die Wetterprognosen gerecht werden. Für die Flugsicherheit, für Warnungen vor Unwettern oder im Falle eines Atom- oder Chemieunfalls seien die Wettersimulationen von MeteoSchweiz essentiell, schreibt das Bundesamt.

Aber auch Privatpersonen, für die das Wetter zum Beispiel beim Bergsteigen oder beim Wassersport eine Gefahr sein könnte, erwarten zuverlässige Prognosen. Lokale Wetterereignisse wie Gewitter oder Föhn in den Alpen detailliert vorherzusagen, war mit den bisherigen Wettermodellen aber nur begrenzt möglich.

Mit 2,2 Kilometern war laut MeteoSchweiz der Gitterabstand des Netzes, das die zu simulierende Region überspannt, zu grob. Es war damit beispielsweise nicht möglich, die Bildung von Gewitterwolken genau abzubilden.

Detailliertere Vorhersagen

Mit dem Supercomputer werden in Zukunft für detailliertere Prognosen alle drei Stunden eine Wettersimulation mit einer Maschenweite von 1,1 Kilometern gerechnet. Laut MeteoSchweiz-Direktor Peter Binder ermöglicht diese Maschenweite, «das Gewitterrisiko oder Talwindsysteme detaillierter vorherzusagen».

Ergänzend zu diesen Simulationen rechnet MetoSchweiz auch zweimal am Tag 21 Prognosen mit leicht unterschiedlichen Ausgangsbedingungen und einer Maschenweite von jeweils 2,2 Kilometern. Der Vergleich der 21 Simulationen soll helfen, sowohl die wahrscheinlichste als auch alle möglichen Entwicklungen des Wetters für die kommenden fünf Tage abzuschätzen und somit extreme Wetterereignisse differenzierter vorherzusagen.

Das neue System wird das Wetter der Schweiz während einer Übergangsfrist parallel zum alten Rechner simulieren und dieses voraussichtlich im Frühling/Sommer 2016 ablösen.
bert/sda