Wichtige Highlights auf einen Blick
- Innovativer Ansatz: Verschmelzung von Biologie, Technologie und lernenden Systemen.
- Echtzeit-Wandlung: Durch Sensoren gesteuerte Filme verändern sich bei jedem Besuch neu.
- Architektur als Organismus: Akustische Signale und künstliche Atmung durchdringen die Räume.
Das atmende Ökosystem der Pierre Huyghe Ausstellung Riehen
Wer in diesen Wochen das von Renzo Piano entworfene Museumsgebäude der Fondation Beyeler in Riehen betritt, begegnet keiner klassischen Kunstpräsentation. Der französische Künstler Pierre Huyghe verwandelt die Ausstellungsräume vom 24. Mai bis zum 13. September 2026 in eine lebendige, sich fortlaufend verändernde Umgebung. Seine Arbeiten sind keine starren, isolierten Objekte, sondern vielmehr dynamische Situationen, die von Unvorhersehbarkeit und dem Faktor Zeit geprägt werden.
Die Besucherinnen und Besucher bewegen sich durch ein komplexes Beziehungsgefüge, das biologische Lebensformen, technologische Systeme und unbelebte Materie miteinander verknüpft. Ein zentrales Element bildet dabei die Installation «Apnea» aus dem Jahr 2026. Ein unter Wasser platziertes, künstliches Atmungsorgan orientiert sich am menschlichen Atemrhythmus. Die feinen Vibrationen, Luftströme und Klänge übertragen sich direkt auf die Wände des Gebäudes, sodass die gesamte Architektur zu atmen scheint, bis das System rhythmisch aus dem Takt gerät. Dieses Motiv setzt sich in dem Werk «Alchimia» fort, bei dem ein wurmartiges Wesen an einer Türschwelle durch akustische Signale in einer Polyphonie von Stimmen mit seiner Umgebung interagiert.
| Ausstellungs-Factsheet | Details und Daten |
|---|---|
| Künstler | Pierre Huyghe 1962 in Paris |
| Zeitraum | 24. Mai bis 13. September 2026 |
| Ort | Fondation Beyeler, Riehen bei Basel |
| Kuratorinnen | Mouna Mekouar & Anne Stenne |
Wenn Maschinen Rituale vollziehen
Huyghes visionäres Schaffen hinterfragt seit mehr als zwei Jahrzehnten tradierte Vorstellungen von Ausstellungsformaten, wie bereits seine international beachteten Teilnahmen an der renommierten Documenta 13 im Jahr 2012 oder den Skulptur Projekten Münster im Jahr 2017 zeigten. In Riehen führt er diese Erforschung zeitgenössischer Kunstformen konsequent weiter, indem er die scheinbaren Grenzen zwischen Realität und spekulativer Fiktion vollständig auflöst.
Besonders deutlich wird dies im neuesten Filmprojekt «Liminals». Hier agiert eine gesichtslose, menschenähnliche Gestalt in einem Zustand weit jenseits von Raum und Zeit, um die Bedingungen multipler Existenzformen und das Ungewisse zu erforschen. Parallel dazu steuern im realen Ausstellungsraum montierte Sensoren das filmische Werk «Camata» in Echtzeit. Das Video zeigt ein Ensemble von Maschinen, die in der chilenischen Atacama-Wüste ein unendliches Ritual an einem Skelett vollziehen. Durch die sensorischen Impulse der Bewegungen im Raum wird das Filmmaterial fortlaufend neu editiert, wodurch eine lineare Erzählstruktur komplett aufgebrochen wird. Hierdurch gleicht kein Moment dem anderen.
Gleichzeitig verändern sich die Räume selbst auf subtile Weise: In der Arbeit «Timekeeper» lagern sich über die Monate hinweg Schichten von Wandfarbe und Sedimenten auf den Oberflächen ab, während sich bei «Light Dust» farbiger Staub und künstlich projiziertes Licht über Böden und Wände ausbreiten. Zeit und Licht werden hier zu direkt wahrnehmbarer, physischer Materie transformiert. Das von den Kuratorinnen Mouna Mekouar und Anne Stenne konzipierte Projekt lädt das Publikum ein, eine facettenreiche «Seelenlandschaft» zu durchschreiten. Das enge Zusammenspiel von künstlicher Intelligenz und organischen Prozessen bietet eine wertvolle Perspektive, die weit über das klassische menschliche Erfahrungsspektrum hinausreicht.
Zukunftsweisende Einblicke durch die Pierre Huyghe Ausstellung Riehen
Der Besuch der wegweisenden Pierre Huyghe Ausstellung Riehen in der Schweiz führt eindrücklich vor Augen, wie moderne Kunst technologische Netzwerke und biologische Prozesse nutzen kann, um traditionelle anthropozentrische Betrachtungsweisen zu überwinden. Die fluiden Übergänge zwischen dem Lebendigen und dem Künstlichen regen intensiv dazu an, die eigene Rolle innerhalb eines zunehmend hybriden globalen Ökosystems grundlegend zu reflektieren.
Pierre Huyghe
24. Mai bis zum 13. September 2026
Fondation Beyeler
Baselstrasse 101
CH-4125 Riehen/Basel
Tel. 41 61 645 97 00
Fax 41 61 645 97 19
infofondationbeyeler.ch
Öffnungszeiten:
Täglich: 10-18 Uhr
Mittwoch: 10-20 Uhr
Häufig gestellte Fragen FAQ
Wann und wo findet die Pierre Huyghe Ausstellung statt?
Die Einzelausstellung läuft vom 24. Mai bis zum 13. September 2026 in der Fondation Beyeler in Riehen bei Basel.
Was zeichnet die gezeigten Kunstwerke aus?
Die Arbeiten von Pierre Huyghe sind keine statischen Objekte, sondern dynamische Situationen, die von Zeit und Unvorhersehbarkeit geprägt sind. Sie verbinden bewegte Bilder, Live-Organismen und maschinelles Lernen.
Wer ist für die Kuration und das Projektmanagement verantwortlich?
Die Ausstellung wurde von Mouna Mekouar und Anne Stenne kuratiert. Das Projektmanagement liegt in den Händen von Charlotte Sarrazin und Paola Ravagni.
Welche Besonderheit bietet das Museumsgebäude der Fondation Beyeler?
Das von Renzo Piano entworfene Gebäude liegt in einem idyllischen Park. In der Ausstellung dringen Luft, Klänge und Vibrationen der Werke durch die Wände des Museums.
