Der Beurteilung der IARC stellt er die Einschätzung des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV und internationaler Expertengremien wie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA gegenüber. Gestützt auf die Neubewertung von rund 1000 Studien in der EU sei Glyphosat vor kurzem weder als krebserregend, reproduktionsschädigend noch als fruchtschädigend beurteilt worden, heisst es in der Antwort.
Glyphosat werde in der Schweiz und in Europa als nicht krebserregend eingestuft. Zudem sei es weder für Vögel und Säugetiere noch für Insekten schädlich. Auch für Gewässerorganismen bestehe nach heutigem Wissensstand bei sachgemässer Anwendung kein unannehmbares Risiko.
Toxikologische Studien
Bezüglich Grundwasser sei der Wirkstoff eher unproblematisch. «Gestützt auf aktuelle toxikologische Studien gibt es im Moment keinen Anlass, Glyphosat neu als karzinogen einzustufen», hält der Bundesrat fest.
Die Grüne Fraktion verlangt vom Bundesrat mit einer Motion, den Vertrieb von Glyphosat zu sistieren und die Langzeitrisiken umfassend abzuklären. SP-Nationalrat Pierre-Alain Fridez JU verlangt gar ein umgehendes Verbot.
In der Schweiz werden jährlich schätzungsweise 300 Tonnen Glyphosat eingesetzt. Der Wirkstoff findet sich in rund 70 zugelassenen Produkten, darunter im bekannten Herbizid Roundup. Glyphosat kann auch von Privaten eingesetzt werden.
Nach Bekanntwerden der neuen Ergebnisse haben Coop und Migros umgehend reagiert und glyphosathalige Produkte aus dem Sortiment genommen. Frankreich hat den Verkauf von Roundup in Gartenzentren inzwischen verboten.
