Die Schweiz könnte mit einem Partikelfilter-Obligatorium für alle Dieselfahrzeuge europaweit eine Vorbildfunktion einnehmen, hiess es an einer Medienkonferenz in Bern. Der Verkehrs-Club wird dabei von der Schweizerischen Lungenliga und der Gewerkschaft Unia unterstützt.
3700 Todesfälle
Der Partikelfilter eliminiere bis zu 99 Prozent der schädlichen Feinpartikel. Trotzdem verhielten sich Bundesrat und Verwaltung bei der systematischen Einführung des Partikelfilters schon seit Jahren äusserst zurückhaltend. Für den Schutz der öffentlichen Gesundheit sei ein Obligatorium aber dringend notwendig.
Die gesetzlichen Grenzwerte für Feinstaub in der Luft würden in der Schweiz regelmässig überschritten. Für die Gesundheit stellten die Feinstaubkonzentrationen eine Gefahr dar. In der Schweiz komme es wegen der durch Dieselmotoren mitverursachten Luftverschmutzung jährlich zu 3700 vorzeitigen Todesfällen.
Frühestens Mitte 2007
Für den Touring Club Schweiz TCS wäre ein solches Obligatorium mit den Vereinbarungen mit der EU nicht vereinbar. Eine allfällige Einführung des Obligatoriums dürfte in Anbetracht der gesetzlichen Abläufe frühestens in zwei Jahren, also nach Mitte 2007, möglich sein, heisst es in einem TCS-Communiqué.
Bis dahin würden jedoch nur noch vereinzelt Dieselautos ohne Partikelfilter auf dem Markt sein. Aus dieser Sicht - so der TCS - wäre ein Obligatorium buchstäblich ein Papiertiger.
