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Arktis-Eis schrumpft auf drittkleinste Fläche

Die Werte liegen deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt.
Freitag, 18. September 2009
Bremerhaven - Das Eis am Nordpol ist auch diesen Sommer deutlich stärker geschmolzen als üblich. Am 12. September wurde via Satellit die kleinste Eisfläche dieses Jahres im Nordpolarmeer gemessen - nur noch 5,1 Millionen Quadratkilometer.
Damit bestätige sich die Entwicklung der vergangenen drei Jahre, dass die sommerliche Eisausdehnung unter dem langjährigen Mittel von knapp 7 Millionen Quadratkilometern bleibt, wie das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung AWI in Bremerhaven berichtete.

Laut dem US-Schnee- und Eis-Datenzentrum NSIDC ist die diesjährige arktische Eisfläche die drittkleinste seit Beginn der Satellitenmessungen im Jahr 1979. Nur in den vergangenen beiden Sommern besass die Arktis noch weniger Eis.

Den Negativrekord verzeichneten die Forscher 2007 mit nur noch 4,1 Millionen Quadratkilometern Eis rund um den Nordpol. In diesem Jahr hätten die Sommertemperaturen in der Arktis etwas niedriger gelegen als in den beiden Vorjahren, erläuterte das NSIDC in Boulder. Dies sei jedoch keineswegs eine Erholung.

Das Minimum dieses Jahres liege immer noch fast ein Viertel 24 Prozent unterhalb des Mittelwerts der Jahre 1979 bis 2000 und auch noch ein Fünftel 20 Prozent unterhalb des 30-Jahre-Mittels von 1979 bis 2008. Es sei zu Erwarten, dass sich das Schrumpfen der artischen Sommereisdecke in den kommenden Jahren fortsetzen werde.

«Der Anteil mehrjährigen dicken Eises ist inzwischen so weit zurückgegangen, dass die sommerliche arktische Meereisdecke sehr viel empfindlicher auf atmosphärische Anomalien reagiert als noch vor 10 oder 20 Jahren», erklärte der AWI-Physiker Rüdiger Gerdes.

ht/sda