Zum Missfallen vieler Teilnehmer verzichtete das Abschlusspapier allerdings darauf, sauberes Trinkwasser als Menschenrecht zu definieren. Eine solche Einigung war bereits vor drei Jahren beim Weltwasserforum in Mexiko nicht zustande gekommen.
Die Schweiz, Frankreich, Spanien sowie Länder aus Afrika und Lateinamerika hatten sich während der einwöchigen Beratungen dafür eingesetzt, Wasser nicht nur als «menschliches Grundbedürfnis», sondern als Recht zu bezeichnen. Nach Angaben aus Teilnehmerkreisen waren insbesondere Brasilien, Ägypten und die USA dagegen.
«Ich glaube, dass viele Länder das Recht auf Wasser als Menschenrecht anerkennen», sagte François Münger, Verantwortlicher für die Wasserinitiativen der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA. Obwohl die Abschlusserklärung wenig aussagekräftig sei, könne die Schweiz damit leben, sagte Münger.
Alternatives Dokument
Um ihre Unzufriedenheit mit dem Abschlussdokument zum Ausdruck zu bringen, unterzeichneten 20 Staaten ein eigenes Papier, in dem ein Grundrecht auf Wasser anerkannt wird. Dazu gehörten unter anderem Spanien, Bangladesch und Südafrika.
Auf der siebentägigen Konferenz hatten über 20'000 Politiker, Wasserexperten und Aktivisten darüber diskutiert, wie Milliarden Menschen besser mit sauberem Wasser und Sanitäranlagen versorgt werden können.
Offiziellen Angaben zufolge haben weltweit rund 880 Millionen Menschen keinen Zugang zu Trinkwasser oder verfügen über keine Abwasserentsorgung.
