Anzeige

102 Tote durch Taifun in China

Die Zahl der Todesopfer durch «Talim» steigt.
Dienstag, 6. September 2005
Peking/Tokio - In Ostasien haben Taifune weitere Todesopfer gefordert. Die Zahl der Toten durch den Taifun «Talim» in China stieg auf mindestens 102.
Etwa 30 Menschen werden noch vermisst. In Japan starben durch den Taifun «Nabi» mindestens 5 Personen.

Der direkte wirtschaftliche Schaden in China wurde in einer Bilanz des Verwaltungsministeriums in Peking auf mindestens 12,19 Milliarden Yuan 1,86 Milliarden Franken geschätzt.

Besonders schwer betroffen war die Provinz Anhui, wo allein 63 Menschen ums Leben kamen. 39 700 Häuser wurden zerstört und 117 000 beschädigt. Heftige Niederschläge lösten Erdrutsche und Überschwemmungen aus. 420 000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Schwere Schäden

Der Taifun, der von Taiwan kommend am Freitag die ostchinesische Küste heimgesucht hatte, richtete auch in den Provinzen Fujian, Zhejiang, Jiangxi und Hubei schwere Schäden an. Der Staatsrat in Peking stellte 182 Millionen Yuan 37,8 Mio. Franken als finanzielle Hilfe für die betroffenen Gebiete bereit.

Auch der Süden Japan wurde von einem Taifun heimgesucht. Der Taifun «Nabi» koreanisch für «Schmetterling» riss mindestens fünf Menschen in den Tod und verletzte 45 weitere. 14 Menschen werden auf der südlichen Hauptinsel Kyushu noch vermisst, nachdem wegen heftiger Regenfälle und Orkanböen Erde ins Rutschen kam.

Evakuierung in Japan

Mehr als 115 000 Menschen wurden in Japan aufgerufen, sich vor den gewaltigen Wassermassen und heftigen Sturmböen in Sicherheit zu bringen. Der 14. Taifun der Saison liess Flüsse gewaltig ansteigen und überflutete ganze Ortschaften. In fast 250 000 Haushalten fiel vorübergehend der Strom aus.

Der heftigste Wirbelsturm in der Region seit Jahren traf auf die südliche Hauptinsel Kyushu und erzeugte nahe seinem Zentrum eine Windgeschwindigkeit von 124 Kilometern in der Stunde.

Zahlreiche Häuser wurden auf Kyushu schwer beschädigt oder völlig zerstört. Der Verkehr wurde stark behindert. Erdrutsche blockierten Strassen und Gleise. Rund 900 Flüge seien gestrichen worden, berichteten örtliche Medien.

bert/sda